27.09.2019 11:22 Alter: 1 year
Kategorie: Schulnews
Von: NN, RM

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“


Ein Wandertag im Zeichen des Klimaschutzes

„Es ist schön, unsere Durchsetzungskraft – die Durchsetzungskraft der Jugendlichen - zu sehen“, stellen Lena, Julia, Aileen und Selina zufrieden fest. Das Mädchenquartett von der BHAK/BHAS Lustenau findet noch mehr Löbliches am Earth Strike 2019, Worte wie „bereichernd“ und „inspirierend“ fallen und schließlich auch der Satz: „Wir hoffen, dass wir mit der Demonstration etwas in der Klima-Politik ändern können.“

Für diese Hoffnung gingen die 4 Mädchen, gemeinsam mit 4.000 weiteren Schülerinnen und Schülern, Lehrern, Eltern und Aktivisten der „Fridays-For-Future“-Bewegung durch die Straßen der Bregenzer Innenstadt, um vor dem Landhaus ihre Forderungen lautstark zu wiederholen: „What do we want? – Climate justice!“

Wer da aber geglaubt haben sollte, eine unkontrollierbare Horde marodierender Jugendlicher fege durch die Stadt, eine Spur zertretener Dosen, Brotsäckchen und Kaugummis hinter sich herziehend, der irrt gewaltig. Die Demonstration verlief in absoluter Friedfertigkeit, die Kolonne von Schülern zog, durch die Polizei gut abgeschirmt vom Freitagsverkehr, durch die Straßen, immer wieder skandierend: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“

Was es tatsächlich bedeutet, wenn weiter nichts gegen die Erderwärmung unternommen wird, hatten die Jugendlichen, wie man unschwer erkennen konnte, sehr gut verstanden. Die im Unterricht gestalteten Plakate zeugten aber nicht nur vom Ernst der Lage; auf ihre eigene, schalkhaft-witzige Art war es den Jugendlichen gelungen, dem drohenden Unheil sogar noch mit Humor zu begegnen: „Rettet Olaf!“ - den Schneemann aus dem Disney-Blockbuster „Anna und Elsa“ - war da etwa zu lesen auf einem Plakat, ein anderes stellte fest: „We want a hot date, not a hot planet.“

Die Woche vor dem Earth Strike nutzen Anna, Lena, Julia, Selina und viele ihre Kolleginnen und Kollegen von der BHAK/BHAS Lustenau, um sich in Naturwissenschaften, Geografie, Deutsch und vielen anderen Fächern ein Bild von der Klimakrise zu machen. Etwa auch in Wirtschaftsinformatik. Wirtschaftsinformatik und die Klimakrise? Ja, ganz recht. Warum nicht einmal eine App mit dem schönen Namen „Ein guter Tag hat 100 Punkte“ selbst ausprobieren, bei der der vom User selbst verursachte CO²-Ausstoß in Punkte umgerechnet wird? Das Ziel der App: Ein klimaneutrales Ergebnis mit nicht mehr als 100 Punkten pro Tag zu erreichen. Ob das gelingen kann? Es kann. Nicht wenige Schüler/innen knackten die Marke schon am selbigen Tag und begannen, inspiriert von ihren Erkenntnissen, gleich, sich Gedanken über weitere Klimaziele an ihrer Schule zu machen.

So nahm die Idee eines auto- und mopedfreien Tages an der BHAK/BHAS Lustenau Gestalt an. Das ehrgeizige Ziel: Der Parkplatz vor der Schule, sonst wohlgefüllt mit motorisierten, chromglänzenden Fahrzeugen, soll maximal noch zum Abstellen von Drahteseln genutzt werden – ansonsten sollen Lehrer wie Schüler dazu animiert werden, die Öffis oder vielleicht sogar die eigenen Füße für den Schulweg zu nutzen (ganz nebenbei auch noch ein Festtag für alle Sportlehrer).

Hier schließt sich der Kreis, denn der „Friday for Future“ wäre eigentlich als Wandertag geplant gewesen. Aber das „Wandern“ kann man ja auch ganz anders interpretieren. Fanden zumindest die teilnehmenden Klassen der Schule und machen sich nun mit neuen Ideen auf den Weg – mit dem Etappenziel einer klimaneutralen Schule. Helfen wir mit!